2025 haben wir uns dazu bekannt, die Herausforderungen für eine Rückkehr zu schwarzen Zahlen anzunehmen. Das haben wir unter anderem dank konstant hoher Patientenzahlen über das ganze Jahr früher als gedacht geschafft. Es ist aber zu früh, um von einer nachhaltigen Gesundung der Finanzen zu sprechen.
Das Jahr 2025 war für die Solothurner Spitäler AG (soH) ein Jahr der strukturellen Weichenstellungen. Mit der vom Regierungsrat im April 2025 verabschiedeten neuen Eigentümerstrategie hat uns der Kanton Solothurn klare Leitplanken gesetzt, die unsere unternehmerische Ausrichtung in den nächsten Jahren prägen und die Erwartungen an Qualität, Wirtschaftlichkeit und Steuerung verbindlich festhalten. Diese Vorgaben bilden den Rahmen, innerhalb dessen der Verwaltungsrat die Weiterentwicklung der soH verantwortungsvoll gestalten kann. Dafür hat er auf der Basis der fundierten Vorarbeiten der Geschäftsleitung eine neue Unternehmensstrategie für die Jahre 2026 bis 2030 verabschiedet. Sie trägt den Veränderungen im Gesundheitswesen Rechnung und schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige spitalambulante und stationäre Versorgung für die Bevölkerung des Kantons Solothurn.
Die soH steht für eine wohnortnahe Grundversorgung, kombiniert mit höchster Qualität in der Spezialisierung. Deshalb sind aus drei somatischen Spitälern ein Zentrumsspital an zwei Standorten (Kantonsspital Olten und Bürgerspital Solothurn) und ein integrierter Grundversorger (Spital Dornach) geworden. Alle drei somatischen Standorte bieten eine wohnortnahe, erweiterte Grundversorgung an. Ab 2027 werden die spezialisierten Leistungen aber konzentriert, um die geforderten Mindestfallzahlen zu erfüllen. Hochspezialisierte Medizin, wie zum Beispiel die Thoraxchirurgie oder die komplexe Urologie, wird künftig nur noch an einem Standort angeboten. Die wohnortnahe Vor- und Nachbetreuung bleibt bestehen.
Ambulante Behandlungen gewinnen weiter an Bedeutung. Geplant sind zusätzliche OP-Zentren, digitale Lösungen und Kooperationen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Die Psychiatrischen Dienste bleiben Vollversorger für alle Altersgruppen. Die soH hat die zweite Hälfte des Berichtsjahrs genutzt, um die Anpassung der Organisationsstruktur auf Geschäftsleitungsebene per Januar 2026 vorzubereiten, damit die Unternehmensstrategie umgesetzt werden kann.
Anton Schmid steuert in der neu geschaffenen Funktion des operativen Geschäftsführers – Chief Operation Officer/COO – die drei somatischen Spitäler in Dornach, Olten und Solothurn. Er verantwortet künftig das Tagesgeschäft über alle drei Standorte. Anton Schmid hat zuvor rund eineinhalb Jahre das Kantonsspital Olten als engagierter Interimsdirektor geführt und bringt jahrelange Erfahrung als Spitaldirektor im Mittelland mit. Als ihm unterstellte Standortleitungen bleiben im Spital Dornach Irene Wyss respektive Dieter Hänggi im Bürgerspital Solothurn verantwortlich. Beide vertreten in ihrer neuen Funktion den COO. Dieter Hänggi leitet zudem den Pflegedienst in Solothurn.
Philippe Salathé, bisher Direktor Finanzen/CFO, wird neu zusätzlich CEO Franziska Berger vertreten. Christoph Schröder, Direktor Pflege soH/Chief Nursing Officer, wird schliesslich zusätzlich die Leitung des Pflegedienstes in Olten übernehmen. Neu ist die Chefärzteschaft mit Prof. Dr. med. Stefan Zschiedrich in der Geschäftsleitung vertreten. Stefan Zschiedrich ist Facharzt für Innere Medizin, leitet chefärztlich die Nephrologie am Bürgerspital und ist ausserplanmässiger Professor in Freiburg im Breisgau. Dank seiner Führungserfahrung und einem Nachdiplomstudium in Health Care Management bringt er neben dem medizinischen auch ökonomisches Know-how mit, um die Funktion des Delegierten Chefärzteschaft für eine Dauer von vier Jahren auszuüben. Der Verwaltungsrat freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Die Geschäftsleitung wird nun die neue Unternehmensstrategie umsetzen. Dazu gehören die Definition des Managementzyklus für die Erarbeitung des jährlichen Budgets und die Sicherung der finanziellen Stabilität sowie das Ableiten von Teilstrategien für die Direktionen. Der Verwaltungsrat begleitet diese Prozesse eng und stellt auch sicher, dass der Kanton als Eigentümer via die in der Eigentümerstrategie definierten Wege über die Entwicklung in der soH transparent informiert ist. Über allem steht das Ziel, der Bevölkerung des Kantons und der angrenzenden Gebiete eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe und wirtschaftlich tragfähige Gesundheitsversorgung im Rahmen der Leistungsaufträge zu bieten.
Enge Zusammenarbeit
Die neue Eigentümerstrategie festigt die ohnehin sehr enge Zusammenarbeit zwischen der soH und dem Kanton Solothurn, namentlich den Departementen Inneres, Finanzen sowie Bau und Justiz. Fix etablierte Kanäle ermöglichen es – und sollen künftig noch verstärkt beansprucht werden –, frühzeitig Entwicklungen in der soH und auch zum Beispiel rechtliche Fragen mit dem Kanton zu klären. Ich erinnere an die personalrechtlichen Fragen betreffend ausgeschiedener Geschäftsleitungsmitglieder und Differenzen bei der Auslegung und Weiterentwicklung des bestehenden, mittlerweile gekündigten Gesamtarbeitsvertrags (GAV). Die soH begrüsst das vom Regierungsrat gewählte Prozedere ausdrücklich und setzt sich in den vorbereitenden Kommissionen dafür ein, dass adäquate Rahmenbedingungen für einen eigenen GAV für das Gesundheitspersonal formuliert werden.
Dass es einen eigenen Spital-GAV braucht, steht ausser Frage. Heute gilt der aktuelle GAV einheitlich für alle öffentlich-rechtlich angestellten Mitarbeitenden im Kanton Solothurn. Dieses Modell wird den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Berufsgruppen jedoch nicht gerecht. Das Gesundheitswesen sieht sich überregional spezifischen Rahmenbedingungen gegenübergestellt, etwa bei Arbeitszeiten und Personalgewinnung. In Zeiten des Fachkräftemangels braucht es bei der Rekrutierung und als attraktive Arbeitgeberin mehr Flexibilität. Branchenspezifische Lösungen, die der Markt erfordert, lassen sich mit dem bestehenden GAV nämlich kaum umsetzen. Zu berücksichtigen ist zudem: Als der heutige GAV in Kraft trat, waren die Solothurner Spitäler noch keine eigenständige Aktiengesellschaft.
Inzwischen ist die soH verselbstständigt und unterliegt zusätzlichen gesetzlichen Vorgaben, die teilweise mit Bestimmungen des GAV kollidieren (z. B. Umwandlung Lebo in Freitage). Dadurch entstehen rechtliche Unklarheiten, die in der Praxis zu Konflikten und unnötigen Auslegungsfragen führen. Mit der Reform eröffnet sich die Möglichkeit, einen zukunftsfähigen und branchenspezifischen GAV für den Spitalbereich zu verhandeln. Bis es so weit ist, wird der bestehende GAV für alle Mitarbeitenden weitergelten.
Plattform für den Austausch mit der regionalen und der kantonalen Politik
Ein Erfolg waren unsere Netzwerkveranstaltungen mit Politikerinnen und Politikern aus der Region und dem Kanton. Im Mai waren wir in Olten zu Gast, im Oktober in Solothurn, um für die soH und ihre Herausforderungen zu sensibilisieren und unser Leistungsportfolio für die Bevölkerung aufzuzeigen. Vor allem in Solothurn war das Treffen ein grosser Erfolg, was sicherlich auch mit dem Spitalneubau zu tun hatte. Einen Anlass im Spital Dornach haben wir deshalb im Januar 2026 mit dem Spatenstich für den dringend notwendigen Anbau für das aus den Sechzigerjahren stammende Spitalgebäude kombiniert. Die Resonanz war auf allen Seiten positiv, dass das aus allen Nähten platzende Spital Dornach bis 2030 einen neuen OP-Trakt mit vor- und nachgelagerten Bereichen, einen neuen Eingangsbereich und auch ein Parkhaus erhält. Wir werden die Treffen mit den Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Politik fortsetzen und 2026 in die Psychiatrische Klinik in Langendorf einladen.
Mehr Erträge, höhere Produktivität und doch noch ein langer Weg
Die Solothurner Regierung hat uns in den letzten Jahren Aufträge zur langfristigen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erteilt. Externe Gutachten und eigene Analysen zeigten auf, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Die soH hat ausserdem ein eigenes Ergebnisverbesserungsprogramm entwickelt, das 2025 substanzielle Früchte getragen hat. Bessere, wenn auch noch nicht kostendeckende Tarife im stationären Bereich, ein dank guter operativer Führung begrenztes Wachstum im Personal- und Sachaufwand, Optimierungen in der Codierung und Fakturierung und nicht zuletzt zusätzliche Leistungsaufträge seitens des Kantons haben uns geholfen, früher als im Finanzplan vorgesehen zu einem positiven Ergebnis zurückzukehren. Ich möchte an dieser Stelle explizit den Solothurner Kantonsratsmitgliedern danken, die uns noch für das letzte und das aktuelle Jahr CHF 7.8 Mio. pro Jahr für zusätzliche Leistungsaufträge gesprochen hat: für die Sicherstellung der 24/7-Notfallversorgung, die Assistenzarztausbildung und angewandte Forschungsleistungen für die Patientinnen und Patienten.
Ob sich die Patientenzahlen 2026 weiterentwickeln wie im Vorjahr, lässt sich nicht voraussagen. Gleich über den Jahreswechsel und zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs jedenfalls waren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund einer frühen, heftigen Influenzawelle kombiniert mit anderen respiratorischen Infekten bereits stark gefordert. Die soH insgesamt ist nun beauftragt, mit der Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie langfristig eine EBITDAR-Rate von mindestens 10 Prozent zu erwirtschaften, damit sie nachhaltig in den Erhalt ihrer Infrastruktur investieren kann. Die EBITDAR-Rate von 7,4 Prozent (EBITDA-Rate von 6,6 Prozent) 2025 stimmt uns zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Was uns 2025 auch noch beschäftigte und 2026 weiter beschäftigen wird
Nicht abgeschlossen ist weiterhin die Aufarbeitung personalrechtlicher Themen aus der Vergangenheit. Immer wieder sind vor allem der Verwaltungsrat und die Direktion Human Resources Management gefordert, den Kanton bei der Prüfung zu unterstützen. Es ist aber im Interesse der soH und ihrer Mitarbeitenden, möglichst bald und endgültig einen Schlussstrich unter die Vergangenheit setzen zu können, damit in der Öffentlichkeit über die erbrachte qualitativ gute Gesundheitsversorgung und die vielen herausragenden Mitarbeitenden und Teams gesprochen wird.
Ebenso harrt der Abschluss des Neubauprojekts Bürgerspital Solothurn einer Lösung, an der die soH mit den Verantwortlichen in den kantonalen Departementen immer noch intensiv arbeitet. Auch hier stellen sich immer wieder rechtliche und finanzielle Fragen, die von allen Parteien gemeinsam fundiert geklärt werden müssen. Uns ist bewusst, dass die Situation am Bürgerspital zurzeit mit dem provisorischen Haupteingang nicht ideal ist.
Das eidgenössische Ziel, bis 2050 eine Netto-Null-CO2-Bilanz zu erreichen, fordert uns bereits heute, denn wir müssen unsere Bemühungen zur Zielerreichung in einem Nachhaltigkeitsbericht aufzeigen. Dieser liegt heuer erstmalig für das vergangene Jahr auf. Aufzeigen können wir bereits den Prozess der Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie in Anlehnung an die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) und die ersten Massnahmen, die wir 2026 umsetzen wollen.
Vielen Dank für ein Engagement für die soH
Es freut mich, dass die soH immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen steht. Sei es in der Politik, in den Medien oder im direkten Dialog. Das zeigt, wie gross das Interesse daran ist, dass es der soH gut geht. Es unterstützt uns auf dem Weg, uns permanent zu hinterfragen und zu verbessern. Danken möchte ich explizit dem Kantonsrat für seine Entscheide in Bezug auf die Leistungsaufträge. Frau Landammann und Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner und den Mitarbeitenden im Gesundheitsamt, Finanzdirektor Peter Hodel und seiner Direktion sowie Regierungsrätin Sandra Kolly, Bau- und Justizdepartement, und den Mitarbeitenden des Hochbauamts danke ich für die enge Kooperation, die es ermöglicht, Sachgeschäfte frühzeitig zu diskutieren und zu konstruktiven Abschlüssen zu bringen. Unseren Partnerinnen und Partnern danke ich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Solothurner Bevölkerung, unseren Patientinnen und Patienten für ihr Vertrauen in unsere Mitarbeitenden.
Mein abschliessender Dank gilt allen Mitarbeitenden, die mit grossem Engagement und hoher Professionalität zum Erfolg der soH beitragen. Sie sind das Fundament unserer Organisation und prägen das Vertrauen, das uns die Bevölkerung entgegenbringt. Und unsere Mitarbeitenden setzen sich nicht nur am Patientenbett und im Ambulatorium ein, sondern stehen auch am HESO-Stand der soH oder engagieren sich karitativ mit der Veranstaltung des ersten Schleifenlaufs im Oktober 2025. Die Initiative des Brustzentrums Solothurn motivierte 500 Teilnehmende, trotz garstigen Wetters sich im wahrsten Sinne des Wortes laufend im Kampf gegen Brustkrebs zu solidarisieren. Solche Momente zeigen, wie tief die soH in der Region verankert ist.